Was ist eigentlich Community Music? Wie kommt neuer Schwung in Unterricht, Proben und Konzerte? Und wie finden musikalische Projekte ihr Publikum? Beim Erlebnistag „Anders. Musizieren!“ des Bayerischen Musikrats (BMR) am 16. Oktober 2026 im westhouse Augsburg gab es darauf nicht nur Antworten, sondern auch die Gelegenheit, sie selbst auszuprobieren. Zwei Impulsvorträge und vier Workshops luden Aktive aus Chören, Orchestern und Musikpädagogik zum Mitmachen und Netzwerken ein.
„Musik lebt davon, dass Menschen sie gemeinsam machen. Mit ‚Anders. Musizieren!' wollen wir zeigen, wie Chöre, Orchester und Musikschulen ihre Türen noch weiter öffnen können – damit möglichst viele Menschen in unserer Gesellschaft erleben, was Musik ihnen geben kann“, sagte BMR-Präsident Bernd Sibler zur Eröffnung.
Musik für alle: Community Music
Wie das gelingen kann, zeigte Prof. Dr. Alicia de Bánffy-Hall am Vormittag in ihrem Impulsvortrag zu Community Music. Der Ansatz fragt nicht, was jemand schon kann, sondern was gemeinsam entstehen kann. Das verändert, wer mitmacht – und auch, wie Musik klingt. Direkt im Anschluss wurde die Theorie zur Praxis: Musikpädagoge und -therapeut Raphael Kestler arbeitete unter dem Motto „Jeder kann singen“, Theater- und Musikpädagogin Anna-Sophia Kraus zeigte, wie mit einfachen Gegenständen zusammen musiziert werden kann.
Mut zum Marketing
Nach der Mittagspause ging es um Sichtbarkeit. Kulturberaterin Anna Kleeblatt stellte mutige Marketing-Strategien vor, mit denen Ensembles und Musikinstitutionen neue Mitglieder und neues Publikum gewinnen können – und gab den Teilnehmenden eine Hausaufgabe mit: In den kommenden Monaten eine der Strategien selbst auszuprobieren.
KI und Körpergefühl
Die beiden Nachmittags-Workshops hätten unterschiedlicher kaum sein können. Musiktechnologie-Experte Dr. Markus Sommerer stellte KI-gestützte Musiklern-Apps vor und machte klar: Künstliche Intelligenz kann den Unterricht und das Üben zu Hause unterstützen, die Lehrkraft aber nicht ersetzen – entscheidend bleibt der direkte Kontakt. Schlagzeuger und Bodypercussionist Christian Herrmann brachte in seinem Workshop den ganzen Raum in Bewegung. Er zeigte, wie Body Percussion Körper- und Rhythmusgefühl gleichermaßen schult, und dabei Kreativität und Spontanität weckt.
Ideen für den eigenen Alltag
Informationsstände unter anderem der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft und der BLKM lieferten praktische Anregungen für die Arbeit vor Ort. Mindestens ebenso wertvoll war der Austausch: in den Pausen, beim Mittagessen und im direkten Gespräch mit den Referentinnen und Referenten.